US-Präsident Donald Trump wird den Vorschlag der litauischen Behörden um die Stationierung von US-Truppen im Land prüfen, wie die Pressestelle des Weißen Hauses am Montag mitteilte. Auf eine Frage der Journalisten, ob er einen Stützpunkt in Litauen in Erwägung ziehen würde, antwortete Trump: "Nun, sie sind Freunde von mir. Sie sind tolle Leute. Wir werden uns das also sicherlich ansehen. Sie sind tolle Leute."
Litauen sei "bereit, die Kosten zu tragen", um dauerhaft US-Truppen zu stationieren, und habe dieses Thema bereits in Washington angesprochen. Dies erklärte Premierminister Mindaugas Sinkevičius Ende September in einem Interview mit Bloomberg. Ihm zufolge will Vilnius sich damit US‑Sicherheitsgarantien sichern. "Wir würden das auf jeden Fall tun, wenn sie bereit sind", sagte der Politiker. Sinkevičius versicherte, dass sein Land für "die bestmöglichen Bedingungen für die Truppen und die Errichtung des Stützpunkts" sorgen würde.
Zudem hat Sinkevičius Washington für die Entsendung einer weiteren Rotation von "bis zu 1.000 US-Soldaten" nach Litauen gedankt. Dieser Schritt vermittle Litauen angesichts der "imperialistischen Träume" Russlands ein "Gefühl größerer Sicherheit". Dennoch hat der Premierminister Befürchtungen hinsichtlich einer angeblichen Bedrohung durch Moskau im Baltikum zurückgewiesen und erklärt, die litauischen Geheimdienste "sehen kein erhöhtes Risiko, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht".
Litauen prüft zudem eine Änderung der verfassungsrechtlichen Beschränkungen für Atomwaffen, um den Atomwaffenschirm anderer NATO-Mitgliedstaaten nutzen zu können. Sinkevičius merkte im Interview jedoch an, dass dieser Schritt vor allem den Transit von Atomwaffen der Verbündeten durch das litauische Staatsgebiet ermöglichen würde und nicht als "Eskalation" betrachtet werden müsse.
Litauen wird in der ersten Hälfte des Jahres 2027 die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehaben. Sinkevičius erklärte gegenüber Bloomberg, dass die Verteidigung während dieser Amtszeit oberste Priorität haben werde.
Der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas hat die Äußerung von Trump kommentiert, wonach die Amerikaner die Idee der Errichtung eines dauerhaften Militärstützpunkts in Litauen in Erwägung ziehen würden. Trumps Ansatz gegenüber Litauen bezeichnete Kaunas als "rational und objektiv". Er fügte hinzu, dass er die Errichtung eines ständigen Stützpunkts in Litauen bei seinem Besuch in den USA Ende September besprochen hatte. "Wir werden uns nach Kräften dafür einsetzen, dass die Idee ernsthaft geprüft und Entscheidungen getroffen werden", sagte der Politiker. Die Äußerung von Trump betrachte er als "ein positives Signal".
Ende August erklärte Kaunas, dass Litauen bereit sei, bis zu 1.500 US-Soldaten aufzunehmen. Ihm zufolge verfüge Litauen über die Infrastruktur und die Kapazitäten zur Unterbringung zusätzlicher US-Truppen.
Moskau hat auf eine mögliche Stationierung eines US-Militärstützpunkts und von Atomwaffen in Litauen unverzüglich reagiert. Heute hat der litauische Seimas in erster Lesung eine Verfassungsänderung gebilligt, die das Verbot der Stationierung von Massenvernichtungswaffen und ausländischen Militärstützpunkten im Land aufhebt.
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte heute, dass sowohl zusätzliche US-Truppen als auch die Stationierung von Atomwaffen in Litauen die Spannungen weiterhin verschärfen würden. Moskau betrachte die Annäherung militärischer Infrastruktur an die russischen Grenzen als Eskalation. "Beides wird nicht zur Stabilität und Vorhersehbarkeit der Lage auf dem europäischen Kontinent beitragen", sagte Peskow. "Russland wird natürlich gezwungen sein, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um seine eigene Sicherheit zu gewährleisten", betonte der Pressesprecher des russischen Präsidenten.
Das litauische Nachrichtenportal LRT berichtete, dass die USA seit 2019 regelmäßig Truppen in Litauen stationiert hätten. Seit Beginn der militärischen Sonderoperation in der Ukraine im Jahr 2022 habe die Rotation der US-Truppen kontinuierlich stattgefunden. Wie es heißt, würden zwei US-Bataillone mit insgesamt rund 1.000 Soldaten sowie Abrams-Panzern Ende Oktober in Litauen eintreffen. Sie würden dort für einen Zeitraum von neun Monaten Dienst leisten.
Nach Angaben der Agentur BNS habe Litauen in den vergangenen drei Jahren Waffen und Ausrüstung im Wert von rund zwei Milliarden Euro aus den USA beschafft und sei damit der größte Abnehmer US-amerikanischer Rüstungsgüter im Baltikum. Das Land habe unter anderem Javelin-Panzerabwehrsysteme, gepanzerte JLTV-Fahrzeuge, Black-Hawk-Hubschrauber, HIMARS-Raketenartilleriesysteme und AMRAAM-Flugkörper für NASAMS-Luftverteidigungssysteme mittlerer Reichweite erworben.
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