Dresdner Dostojewski-Denkmal erhält neuen Standort

Das Dresdner Denkmal für den russischen Schriftsteller Fjodor Dostojewski wird nach langen Querelen wieder aufgestellt. Nachdem es wegen Umbauten von seinem ursprünglichen Standort weichen musste, sah es lange so aus, als würde es in der Versenkung verschwinden.

Nach langwierigen Verhandlungen bekommt die Bronzestatue des russischen Schriftstellers Dostojewski in Dresden einen neuen Standort. An ihrem bisherigen Platz, dem Ostra-Ufer, hatte sie nicht bleiben können, weil der in der Nähe befindliche Sächsische Landtag umgebaut wird. Die Verantwortlichen wollten das Risiko einer Beschädigung aufgrund der räumlich beengten Lage während der Baumaßnahmen nicht eingehen und ließen das Denkmal im Juni 2025 abbauen.

Anscheinend hatten sie sich jedoch keine Gedanken über einen alternativen Aufstellungsort während der Baujahre gemacht oder diesen nicht hinlänglich kommuniziert. Das eherne Abbild des Schriftsteller von Weltrang landete in einer Steinmetzwerkstatt und drohte dort in Vergessenheit zu geraten.

Ein Umstand, der nicht nur den Eigentümer der Statue alarmierte, das Deutsch-Russische Kulturinstitut (DRKI), sondern auch die Besorgnis der Presse hervorrief, vor allem der Berliner Zeitung. Auch Russlands Botschafter Sergei Netschajew sah sich im vergangenen November veranlasst, aus Berlin nach Dresden zu reisen und am Unterbringungsort des Bronze-Dichters nach dem Rechten zu sehen.

Seit einigen Monaten gab es Meldungen, man habe einen neuen, temporären Aufstellungsort für die Dostojewski-Sitzfigur gefunden. Die Rede war von der russisch-orthodoxen Kirche in der Fritz-Löffler-Straße, die sich in der Dresdner Südvorstadt befindet. Nun kam die Bestätigung des Eigentümers DRKI e.V: Die Statue wird bis zum geplanten Abschluss der Baumaßnahmen im Jahr 2031 tatsächlich ein Asyl neben dem orthodoxen Gotteshaus erhalten. Ein Foto des Senders Radio Dresden zeigt bereits das noch eingezäunte Monument im Umfeld der Kirche.

Der Schrifsteller Fjodor Dostojewski verbrachte in den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts insgesamt rund zweieinhalb Jahre im Elbflorenz. Die Werke "Der ewige Gatte", "Der Idiot" und "Die Dämonen" entstanden ganz oder teilweise in dieser Zeit. Auch die Tochter Ljubow wurde in Dresden geboren. Die im Jahre 2006 errichtete Sitzstatue sollte an die bedeutende Rolle erinnern, die Dresden im Leben des Romanautoren einnahm.

Zugleich ist die Statue aber auch symbolisch aufgeladen. Denn das Werk des berühmten russischen Bildhauers Alexander Rukawischnikow steht wie kaum ein anderes Monument für die guten Zeiten im deutsch-russischen Verhältnis. Im Oktober 2006, als das Denkmal enthüllt wurde, nahmen neben dem damaligen sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU) auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin an der Zeremonie teil.

Die feierliche Wiederenthüllung des Bronze-Dostojewski wird fast zwanzig Jahre später, am 29. August 2026 um 11 Uhr stattfinden. Diesmal ohne Beteiligung des deutschen Kanzlers und des russischen Präsidenten. Und auch der Interimsstandort ist abgelegener und weniger prominent als im Jahr 2006. Dennoch dürfte die Wiedergeburt der Dostojewski-Statue die Herzen all derjenigen erfreuen, die sich Sorgen um das Andenken des Schriftstellers in der sächsischen Metropole gemacht hatten.

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