Bayern: "Blauer Panther"-Preisträger fordern politische Abgrenzung zur AfD

Preisträger des diesjährigen "Blauer-Panther-Awards", ehemals Bayerischer Fernsehpreis, nutzten ihre Bühne für "politische Botschaften und explizite Warnungen". Ein aktueller ÖRR-Medienliebling wurde dabei als "AfD-Jäger" zur beliebtesten Social-Media-Persönlichkeit ausgezeichnet.

Im medialen Fokus der diesjährigen "Blauer Panther"-Auszeichnungen, zuvor bis zum Jahr 2022 der alljährliche Bayerische Fernsehpreis, stand eindeutig der "Polit-Streamer" Marcant. Der "Influencer" sei ein ein "reichweitenstarkes Gegengewicht zu Falschinformationen und demokratiefeindlichen Inhalten". Laut Agenturmeldung hätten mehrere Preisträger ihre Bühne "für politische Botschaften und explizite Warnungen" genutzt. Diese lauteteten "eine klare Abgrenzung zur AfD" und der notwendige "Kampf gegen rechts".

Der "Bayerische Fernsehpreis" wird seit 1989 von der Bayerischen Staatsregierung alljährlich in München für "herausragende Leistungen im deutschen Fernsehen" verliehen. Das Preissymbol, der "Blaue Panther", ist dabei seit vier Jahren auch Namensgeber des nun verliehenen "Blauer-Panther-Awards". 

Der Fokus der Medienberichterstattung lag dabei in diesem Jahr auf einem Preisträger aus der Kategorie "Publikumspreis". So wurde der "Streamer", also Video-Produzent, Marcant als "Beliebteste Social-Media-Persönlichkeit" ausgezeichnet. Seit Monaten erfährt der 24-Jährige eine protegierte Rolle in den Mainstreammedien.

Im September 2026 hieß es zu seiner Person in einem Porträt-Artikel in der Süddeutschen Zeitung, dass "der YouTuber Marcant auf Demos von Extremisten geht oder versucht, AfD-Wähler argumentativ zu stellen". Dabei habe er vermeintlich bereits "500 Menschen so aus dem rechten Milieu geholt".

Bei der nun erfolgten Preisverleihung erklärte der laut Medien auch als "AfD-Jäger" Titulierte, dass er die Auszeichnung "den Leuten in seinem Team widme, die nicht neben mir stehen können wegen der Bedrohungslage". Das Boulevardmagazin Stern berichtet zur Dankesrede:

"Marcant, der nicht unter seinem bürgerlichen Namen arbeitet, bedankte sich auch bei den 'inzwischen über 1000 Menschen, die mir geschrieben haben', um zu sagen, dass sie ihr Weltbild hinterfragt hätten und aus rechtsextremen Strukturen ausgestiegen seien." 

Ein Spiegel-Artikel (Bezahlschranke) titelte im Vormonat mit der Marcant-Behauptung: "Es gibt viele, die mich tot sehen wollen". In dem Interview gab dieser befragt zu Gründen von AfD-Erfolgen und diesbezüglichen "Manipulationsgründen" in den sozialen Medien zu Protokoll:

"Da könnte ich jetzt lange drüber sprechen, aber der Hauptgrund ist die Propaganda von sogenannten alternativen Medien und rechtsextremen Influencern. Die Menschen, die ich treffe, schauen und hören fast nur diese Sachen, zum Teil seit Jahren. Und irgendwann sind sie so tief drin, dass sie ihr ganzes Umfeld umstellen und es keine anderen Meinungen oder Erfahrungen mehr außerhalb dieser ideologischen Welt gibt."

Die Award-Jury erklärt zum "Erfolg" des Influencers und den Gründen zur Auszeichnung:

"Seine Methode basiert auf kluger, hartnäckiger Fragetechnik und einem hoch präsenten Gespür für die Dynamik der Straße. (…) Als dynamisch geschnittene Kurzvideos auf TikTok, Instagram und YouTube erreichen seine Beiträge Millionen von Menschen."

Damit baue er mit seinem Team "ein reichweitenstarkes Gegengewicht zu Falschinformationen und demokratiefeindlichen Inhalten auf". Zuvor widmete im Juli das ZDF dem Prämierten bereits ein Porträt. Es folgte im gleichen Monat ein weiterer ZDF-Beitrag:

"Wie Marcant Nazis entlarvt – 'Es gibt wenige Todeslisten, auf denen ich nicht stehe'." 

Das ARD-Hörfunkprogramm Deutschlandfunk Kultur präsentierte dann im September den Podcast: "Influencer Marcant auf Tour – emotional andocken gegen Rechtsaußen".

Neben Marcant äußerte sich auch Johannes Hegemann, ausgezeichnet als "Bester Schauspieler" in seiner Darstellung der Verfilmung des Lebens der "Drag Queen Olivia Jones", zum Thema Politik. In seiner Dankesrede wandte sich der Prämierte "an die anwesenden konservativen Politiker", um einzufordern:

"Es muss eine klare Abgrenzung zur AfD geben und ein ganz klares Bekenntnis zum Schutz von Minderheiten in diesem Land."

In der Gegenwart würden "Gewalt und Übergriffe auf queere Menschen wieder zunehmen, und immer mehr offen queere Menschen fühlen sich bedroht", so der Preisträger. 

Der Schauspieler und "Tatort"-Kommissar Axel Milberg erklärte vor Journalisten, dass er die Marcant-Auszeichnung voll unterstütze, um zu Protokoll zu geben:

"Weil er die AfD-Wähler vorführt in ihrer Gewaltbereitschaft, in ihrer Brutalität, in ihrem Desinteresse an jedem Inhalt des Gesprächs, in ihrer brutalen, auch physischen Drohung."

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