
Nach Feuerpause: USA und Iran nehmen Kämpfe wieder auf

Das US-Militär hat eine rund zweistündige Angriffswelle gegen Dutzende Ziele der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) abgeschlossen. Getroffen wurden unter anderem Kommandozentralen, Raketen- und Drohnenanlagen sowie Einrichtungen der Küstenverteidigung.
U.S. forces began launching strikes against Iran at 8 p.m. ET today. The strikes are a powerful response to yesterday's attempted Iranian attacks on U.S. forces based in the Middle East.
— U.S. Central Command (@CENTCOM) July 30, 2026
Washington bezeichnete die Angriffe als Vergeltung für einen iranischen Raketenangriff auf US-Streitkräfte in Jordanien vom Vortag, bei dem mehrere ballistische Raketen abgefangen worden seien. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor eine harte Reaktion angekündigt.
Nach Angaben des CENTCOM begannen die US-Angriffe am Mittwoch um 20:00 Uhr US-Ostküstenzeit (02:00 Uhr MESZ am Donnerstag) und endeten um 22:00 Uhr (04:00 Uhr MESZ am Donnerstag).
Wenige Stunden später soll Iran mit Raketenangriffen auf die US-Angriffe reagiert haben. Die jordanische Luftabwehr hat am Donnerstagmorgen fünf aus Iran abgefeuerte Raketen abgeschossen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra. Nach Angaben des Sprechers der jordanischen Streitkräfte, den die Nachrichtenagentur zitierte, wurden bei dem Abschuss der Raketen keine Opfer gemeldet.

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete, dass bei einem Angriff auf die iranische Insel Qeschm drei Menschen getötet und zwei weitere verletzt wurden. Die Insel liegt unmittelbar vor dem iranischen Festland in der Straße von Hormus.
Die jüngste Angriffswelle folgte auf gemeinsame Luftangriffe der USA und Saudi-Arabiens gegen von Iran unterstützte Milizen im benachbarten Irak. Dabei wurden am Mittwoch nach Angaben der Berichte mindestens 20 Kämpfer sowie sechs iranische Berater getötet.
Die erneuten Gefechte an mehreren Fronten nach Tagen relativer Ruhe erhöhen das Risiko einer Rückkehr zu einem umfassenden Krieg. Zugleich verdeutlichen sie, wie schwierig es ist, den seit fünf Monaten andauernden Konflikt zu beenden, der die Weltwirtschaft belastet und in den USA zunehmend auf Ablehnung stößt. Die Kämpfe dürften zudem die Sorge verstärken, dass die USA ihre ohnehin geschrumpften Bestände an hochentwickelter Präzisionsmunition weiter aufbrauchen, die für den Schutz ihrer Stützpunkte und Verbündeten benötigt wird.
Saudi-Arabien will unter anderem eine internationale Koalition zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer vor Angriffen der Huthi-Miliz schmieden. Unterdessen hat am Mittwoch mutmaßlich eine Drohne im ägyptischen Mittelmeerhafen Damiette einen US-Gastanker getroffen. Nach Angaben der britischen Sicherheitsfirma Ambrey und mehrerer Insider geriet das schwimmende Tank- und Regasifizierungsschiff "Energos Winter" in Brand. Das Feuer soll anschließend auf das benachbarte Schiff "Gaslog Salem" übergegriffen haben.
US-Präsident Trump wurde über den Vorfall informiert. "Es ist wieder einmal dasselbe, aber das wird sich schon klären. In der Zwischenzeit werden wir sie hart treffen", sagte Trump mit Blick auf Iran.
Der saudische Verteidigungsminister Khalid bin Salman traf sich am Mittwoch getrennt mit US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance. Nach Angaben beider Seiten sollte die Entscheidung Saudi-Arabiens, sich an den US-Angriffen gegen die irakischen Milizen zu beteiligen, eine Botschaft an Iran senden: Riad werde nicht akzeptieren, dass Iran oder mit ihm verbündete Gruppen die saudische Ölindustrie oder andere kritische Infrastruktur ins Visier nehmen. Gleichzeitig habe der Verteidigungsminister gegenüber Trump und Vance betont, dass Saudi-Arabien eine Deeskalation des Krieges anstrebe und wolle, dass Washington und Teheran zu Verhandlungen zurückkehren.
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