Liveticker Ukraine-Krieg – Selenskij: Haushaltsdefizit gesichert, neue Rakete fast fertig

3.10.2026 21:00 Uhr
21:00 Uhr
Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!
20:59 Uhr
Spanische Polizei ermittelt gegen oppositionellen ukrainischen Journalisten
Der ukrainische Journalist Anatoli Scharij und seine Ehefrau Olga Bondarenko werden von spanischen Behörden der Steuerhinterziehung verdächtigt. Wie das spanische Nachrichtenportal ElDiario berichtet, prüfen Ermittler den Ursprung des Vermögens und der Einkünfte Scharijs und Bondarenkos. Laut Berechnungen von beteiligten Steuerexperten könnte der Abgaberückstand für das Jahr 2018 rund 151.000 Euro und für das Jahr 2022 knapp 388.000 Euro betragen. Zusätzlich werden mögliche angebliche Verbindungen Scharijs zu russischen Geheimdiensten geprüft, so die Meldung weiter.
Die Ermittlungen gegen Scharij sollen im Jahr 2024 auf eine Anfrage der ukrainischen Seite hin eingeleitet worden sein. Im Juli dieses Jahres wurden bei einer Durchsuchung des Hauses von Scharij unter anderem eine Pistole, rund 800.000 Euro in Kryptowährung, 20 Goldbarren und weitere Luxusgegenstände beschlagnahmt. Offizielle Anklagen wurden bisher nicht erhoben.
Scharij und Bondarenko weisen den Verdacht zurück und behaupten, dass der Ursprung ihres Vermögens legal sei. Der seit mehreren Jahren in Spanien wohnhafte Scharij behauptet, dass er wegen seiner Kritik am Kiewer Regime verfolgt wird.
20:40 Uhr
Militärexperte rechnet mit Zermürbungsschlacht um Slawjansk und Kramatorsk
Russlands Streitkräfte werden bei der Befreiung der letzten vom ukrainischen Militär besetzten großen Städte in der Volksrepublik Donezk – Slawjansk, Kramatorsk und Druschkowka – mutmaßlich auf eine Zermürbungstaktik zurückgreifen, erklärt der Militärexperte Andrei Marotschko. Laut Angaben der Nachrichtenagentur TASS berichtet er, dass Kiew in diese Städte zusätzliches Personal und Kriegsgerät verlege, und führt aus:
"Der bedeutendste Frontabschnitt ist natürlich der Ballungsraum Slawjansk-Kramatorsk-Druschkowka. Ihre Befreiung wird einige Monate in Anspruch nehmen, denn jede dieser Städte ist befestigt. Und ich denke, dass Frontalangriffe hier nutzlos sein werden. Wahrscheinlich kommt die gleiche Taktik wie bei anderen Siedlungen zum Einsatz. Sie werden eingeschlossen, die gegnerischen Kräfte zermürbt und erst dann eingenommen."
19:43 Uhr
Selenskij: Ukrainisches Haushaltsdefizit gesichert, neue Rakete kurz vor Fertigstellung
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters behauptet der ukrainische Staatschef Wladimir Selenskij, dass es der Ukraine gelingen werde, das Defizit im Staatshaushalt bis Ende des Jahres zu decken. Dazu führt er aus:
"Wir haben noch einige Fragen, an denen wir arbeiten müssen, doch wir werden das Defizit decken. Ich denke, dass es ein großer Erfolg für unser Land, unser Team und die EU ist."
Zuvor hat die Zeitung Financial Times am 2. Oktober berichtet, dass die EU Kiews Anfrage über die Bewilligung zusätzlicher Gelder im laufenden Jahr abgewiesen habe. Die Ukraine bezifferte den zusätzlichen Bedarf im Militärhaushalt auf 27 Milliarden US-Dollar und bat Brüssel, Teile des für die Jahre 2026 und 2027 bewilligten Kredits in Höhe von 90 Milliarden US-Dollar sofort zu bewilligen. Laut der FT hat Kiew im laufenden Jahr lediglich 15,7 Milliarden Dollar erhalten, was auf eine zögerliche Umsetzung der von Brüssel geforderten Reformen zurückzuführen sei.
Parallel dazu droht Selenskij, die Angriffe auf russische Ölraffinerien zu verstärken. Der ukrainische Staatschef behauptet, dass die Entwicklung des ukrainischen Marschflugkörpers FP-9 kurz vor dem Abschluss steht. Die Rakete, deren Fertigungsbeginn ursprünglich für den Sommer vorgesehen war, soll über eine Reichweite von 850 Kilometern verfügen und damit in der Lage sein, Moskau zu erreichen.
19:04 Uhr
New York Times: Kiew wegen russischer Angriffe auf Brücken vor "logistischem Alptraum"
Russlands Angriffe auf Brücken in Kiew können einen "logistischen Alptraum" für die ukrainische Hauptstadt und das gesamte Land herbeiführen, schreibt die New York Times. Das Blatt merkt an, dass Treffer die Tragfähigkeit der Brücken beeinträchtigen und zu ihrer Sperrung führen könnten. Dabei mangele es Kiew an alternativen Übergängen über den Dnjepr. Die Nutzung weiter südlich gelegener Brücken würde große Umwege erfordern.
Der ukrainische Infrastrukturminister Nikolai Kalaschnik kündigte am 3. Oktober nach Angaben der Nachrichtenagentur UNIAN an, dass in der kommenden Woche der Bau von Reserveübergängen über den Dnjepr begonnen werden solle. Dabei handele es sich um Dämme und Pontonbrücken.
Zuvor hatten Russlands Streitkräfte mehrere Brücken in Kiew angegriffen, die unter anderem vom ukrainischen Militär zur Verlegung von Truppen und Kriegsgerät in den Donbass genutzt worden waren.
Mehr zum Thema – Neue Geran-Drohnen unterbrechen strategische Brückenverbindung über Dnjepr
18:05 Uhr
Wegen Internetausfällen: Kiewer suchen nach neuen Möglichkeiten, vor Rekrutierern zu warnen
Vor dem Hintergrund von Internetproblemen in Kiew suchen Bewohner der ukrainischen Hauptstadt nach alternativen Möglichkeiten, sich gegenseitig vor Hinterhalten der Rekrutierungsbehörden (TZK) zu warnen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Verweis auf eine russische militärische Quelle. Die Gesprächspartnerin der Agentur erklärte, dass Menschen wegen zahlreicher Misshandlungen der Wehrpflichtigen durch TZK-Mitarbeiter zahlreiche Telegramkanäle unterhalten, die von deren Bewegungsrouten berichten sowie Videoaufnahmen der Entführungen teilen.
Seit Mitte September greifen Russlands Streitkräfte ukrainische Kommunikations- und Datenzentren an. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ermöglichen diese Objekte die Kommunikation und Verarbeitung von Aufklärungsdaten beim ukrainischen Militär. Am 23. September meldeten mehrere große Internetprovider massive Störungen des Betriebs ihrer Netze in Kiew.
17:17 Uhr
Rada-Abgeordneter: Kein EU-Beitritt in den nächsten zehn Jahren
Die Ukraine wird in den nächsten Jahren nicht der Europäischen Union beitreten können, sagt der Abgeordnete der Werchowna Rada Maxim Buschanski. In einem Interview auf dem YouTube-Kanal Politeka Online kündigte er an:
"Niemand nimmt uns dort jetzt an. Es wird keinen EU-Beitritt geben, es wird keinen erwartbar baldigen EU-Beitritt geben."
Buschanski führte aus, dass ein Beitritt der Ukraine zur Union frühestens in zehn Jahren in Frage komme.
Zuvor hatte Albaniens Ministerpräsident Edi Rama in einem Interview gegenüber Welt am Sonntag am 2. Oktober die Versprechen einer Aufnahme der Ukraine in die EU als Lüge bezeichnet und erklärt, dass das Land nach dem Regelverfahren nicht in die Europäische Union aufgenommen werden könne.
16:42 Uhr
Weiterer Frachter mit Militärgütern für Ukraine getroffen
Ein weiteres Schiff, das Militärgüter in die Ukraine transportierte, ist bei einem russischen Drohnenangriff getroffen worden. Wie Russlands Verteidigungsministerium bekannt gibt, wurde im Hafen von Odessa ein Trockenfrachter angegriffen.
15:59 Uhr
Russlands Verteidigungsministerium zeigt Aufnahmen der Befreiung von Nowaja Kasatschja
Russlands Verteidigungsministerium veröffentlicht Videoaufnahmen der Befreiung der Ortschaft Nowaja Kasatschja im Gebiet Charkow. Zuvor hatte die Behörde am heutigen Samstag bekannt gegeben, dass die Siedlung im Rahmen eines Vorstoßes der Einheiten des Truppenverbands Nord befreit wurde.
15:19 Uhr
Macron warnt vor sozialen Medien: "So einfach ist es", die Ukraine-Unterstützung zu schwächen

Bei seinem jüngsten Staatsbesuch in Madrid hat Emmanuel Macron vor Manipulationen in den sozialen Netzwerken gewarnt. Er erklärte, dass Fake-Accounts gezielt negative Emotionen schürten. Das Ziel dahinter sei es, die Stimmung in Frankreich und Spanien zu manipulieren und unter anderem die Unterstützung für die Ukraine systematisch zu schwächen.
Das Video gibt es hier auf unserer Website zu sehen.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.
