
Nach Erfurt: Aktivisten von "Widersetzen" warnen BSW vor Kooperation mit AfD
ARD-Journalistin Anja Kohl erklärte in der Sendung "Sonntags-Stammtisch" des Bayerischen Rundfunks ihren persönlichen "Ärger der Woche", um die Angriffe auf Journalisten bei den Gegendemonstrationen beim Erfurter AfD-Parteitag zwar zu verurteilen, jedoch final die AfD direkt zu attackieren. Das Organisationsteam des Bündnisses "Widersetzen" untersagte Mitarbeitern der Apollo-News-Redaktion sowie Springer-Journalisten direkte Fragen bei der resümierenden Abschlusspressekonferenz in Erfurt, um am Ende Drohungen gegen das BSW und die CDU auszusprechen.

Der zurückliegende Samstag war geprägt von Medienberichten zu den Veranstaltungen und Gegenprotesten rund um den AfD-Parteitag im thüringischen Erfurt. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der gezielte Angriff von "Antifa-Demokraten" gegen zwei Mitarbeiter von Apollo-News (AN), wobei auch Tritte gegen den Kopf erfolgten, neben Hautabschürfungen durch den Sturz nach dem Niederschlagen.
Einem Social-Media-Mitarbeiter der Jungen Freiheit (JF) schlugen Demonstranten wiederum ins Gesicht und raubten ihm zudem das Handy. Nach Angaben der Polizei wurden Tatverdächtige im Anschluss identifiziert und Ermittlungen aufgenommen.
ARD-Journalistin Anja Kohl erklärte dazu am Sonntag den GEZ-Zuschauern ihre Wahrnehmung zu den Ereignissen, um wörtlich zu Protokoll zu geben:
"Am Rande des AfD-Parteitags, die Bild-Zeitung titelt es auch: 'AfD-Parteitag in Erfurt, Tritte, Schläge, dann kam Weidel''. Es sind mehrere Journalisten am Rande der Demos dort attackiert worden mit Kopftritten von Gegendemonstranten. Und die AfD hat es nicht geschafft, öffentlich sich davon zu distanzieren, überhaupt öffentlich Stellung zu nehmen. Das heißt, es waren wirklich gewalttätige Angriffe auf Journalisten in Deutschland, die am Rande des AfD-Parteitags sehr sauber versucht haben zu berichten. Mein absolutes Ärgernis dieser Woche."
Anja Kohl fordert die AFD auf, sich von Antifa Angriffen auf Journalisten von Apollo News und Junge Freiheit in Erfurt zu distanzieren. #OerrBlogpic.twitter.com/vB5ZKVWZo8
— ÖRR Blog. (@OERRBlog) July 5, 2026
Die betroffene JF-Redaktion berichtet zu der irritierenden Äußerung Kohls, dass demgegenüber die AfD-Vorsitzende Alice Weidel sehr wohl die Angriffe bereits am Samstag verurteilt und kritisiert hatte, um zu erklären, dass sie nicht verstehe, "dass diese nicht viel größere Aufmerksamkeit erfahren hatten. 'Ich muss sagen, die anderen Parteien und auch die Medien: Sie waren sehr leise, um das zu verurteilen', so die wiedergewählte AfD-Co-Chefin.
Die Tagesschau hat heute in der 20-Uhr-Ausgabe über den Angriff auf die Apollo-News-Reporter berichtet - den Angriff selbst aber nicht gezeigt.
— _horizont_ (@hori_____zont) July 4, 2026
Das übliche Framing durfte natürlich auch nicht fehlen:
„Es kommt zu vereinzelten Auseinandersetzungen. Ein Reporter-Team des rechten… pic.twitter.com/aHxz4oqys9
Auch die Apollo-News-Redaktion bestätigte schon am Sonntag, dass Weidel "die Attacken auf AN-Reporter bereits am Vortag verurteilt" hatte. Bis Sonntagmittag registrierte die Polizei demnach laut AN-Recherchen im Zusammenhang mit dem Parteitag und den Gegenprotesten "65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten, darunter Körperverletzungsdelikte und Sachbeschädigungen".
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) erklärte am Sonntag, dass er den mutmaßlich linksextremen Angriff auf die Apollo-News-Reporter zwar verurteilt, aber auch eine "Aufklärung dazu fordert, wie sich beide Seiten verhalten haben".
Am Sonntag erfolgte dann seitens des Bündnisses "Widersetzen" die öffentliche Pressekonferenz "zu den Blockaden rund, um den Parteitag der AfD in Erfurt". Angesprochen auf die Ereignisse, die Angriffe auf Journalisten, reagierte der Tisch mit den Aktivisten ausweichend und gereizt. Fragen wurden dabei nur von dem Team genehmer Medien zugelassen und beantwortet.
Wörtlich hieß es vonseiten des "Widersetzen"-Hauptpressevertreters Noa Sander, an einen AN-Mitarbeiter gerichtet:
"Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten. Sie sind auf unseren Aktionen nicht willkommen. Sie können auch gerne jetzt gehen."
Dreimal weigern sich die Sprecher von „Widersetzen“, Gewalt gegen Journalisten zu verurteilen. Im Gegenteil: „Faschist*innen mit 'nem Presseausweis sind immernoch Faschist*innen“, sagt Noa Sander. „Widersetzen“ solidarisiert sich geradezu mit den Angriffen auf unser Team.
— Max Roland (@maxroland20) July 5, 2026
Der… pic.twitter.com/fj6ODD7Zn3
Eine unmissverständliche Äußerung von Noa Sander vom Bündnis lautete dann direkt an das BSW sowie die CDU-Regierungspartei gerichtet:
"An alle Parteien, insbesondere CDU und BSW: Das hier ist unsere explizite Warnung: Wenn ihr es wagt, den FaschistInnen an die Macht zu helfen, macht ihr euch zu unserem nächsten Aktionsziel."
🤔NGO DROHT BUNDESREGIERUNG UND BSW🤔
— Steffen Unger (@unger2701) July 6, 2026
"Widersetzen" droht dem BSW und der CDU/CSU, damit auch dem Bundeskanzler!
Zeit diesen Verein zu verbieten und den Geldhahn abzudrehen. pic.twitter.com/pc0cBmon1A
"Widersetzen" ist ein Aktionsbündnis beziehungsweise Netzwerk von kooperierenden NGOs und Organisationen "gegen rechts", das seit dem Jahr 2024 wiederholt große Protestaktionen gegen die AfD organisierte. Zu den Sympathisanten gehören dabei zahlreiche zivilgesellschaftliche Gruppen, darunter die Parteien Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen, Gewerkschaften und lokale Initiativen, wie "Omas gegen Rechts", die gebündelt und im Einklang zu den jüngsten Protestaktionen in Erfurt aufriefen.
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