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Griechenland blockiert 21. EU-Sanktionspaket gegen Russland

Die EU hat sich bislang nicht einstimmig auf das 21. Sanktionspaket gegen Russland einigen können, da sich Griechenland dagegen ausgesprochen hat. Athen will damit die griechische Reederei Dynagas vor dem geplanten Verbot für Transporte von russischem Flüssiggas in Drittländer schützen.
Griechenland blockiert 21. EU-Sanktionspaket gegen Russland© Urheberrechtlich geschützt

Griechenland hat sich gegen das neue 21. Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Russland ausgesprochen, das unter anderem ein Verbot des Transports von russischem Flüssiggas (LNG) in Drittländer vorsieht. Laut der Financial Times zielen die Bemühungen Griechenlands darauf ab, die Reederei Dynagas zu schützen, die dem griechischen Milliardär Georgios Prokopiou gehört.

Nach Angaben von Quellen der Zeitung erklärte der griechische EU-Vertreter am Mittwoch gegenüber seinen Kollegen, die geplanten Sanktionen gegen russisches LNG würden Dynagas "ruinieren".

Laut der internationalen Schiffsplattform Equasis verfügt die Reederei über eine Flotte von 27 Gastankern, von denen ein Drittel Eisklasse-Tanker vom Typ Arc7 sind. Sie wurden für den Einsatz in den eisigen arktischen Gewässern nahe dem russischen Werk "Jamal-LNG" gebaut. Der griechische EU-Vertreter soll erklärt haben, dass Dynagas diese Schiffe nirgendwo anders einsetzen könne und gezwungen wäre, sie an nichtwestliche Unternehmen zu verkaufen. Der Wert solcher Schiffe liegt bei rund 300 Millionen US-Dollar pro Stück.

Am Montag hatte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärt, es sei der EU bislang nicht gelungen, sich auf das 21. Sanktionspaket gegen Russland zu einigen, doch dieses Ziel werde man wohl bald erreichen. Auf einer Pressekonferenz nach der Sitzung des EU-Rats auf Ebene der Außenminister betonte Kallas:

"Ich bedauere, dass wir keine Einigung über das 21. Sanktionspaket haben. Aber ich kann sagen, dass wir dieser recht nahe sind."

Laut Medienberichten seien die Verhandlungen auf den 23. Juli verschoben worden, da sich die EU-Vertreter bei ihrem Treffen am Mittwoch in Brüssel nicht einigen konnten.

Wie Bloomberg unter Berufung auf einen Diplomaten meldet, einigten sich die EU-Mitgliedstaaten jedoch darauf, den Preisdeckel für russisches Öl bis zum 23. Juli bei 44,10 US-Dollar zu belassen, "da die Beamten versuchen, eine umfassendere Einigung über die Sanktionen zu erzielen".

Für die Verabschiedung des 21. Sanktionspakets der EU gegen Russland, das auch eine Verlängerung des eingefrorenen Preisdeckels vorsehen sollte, ist die Zustimmung aller 27 EU-Staaten erforderlich.

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